Aktuelles

70 jähriges Jubiläum

Der Sturm auf die Grenze am St. Germanshof jährt sich

Am Sonntag, den 6. August 1950 - vor 70 Jahren also - kamen über 300 Stundenten, Professoren, Politiker und Journalisten aus neun Ländern an die Zollstation am St. Germanshof. Bei der gut geplanten Aktion rissen sie die Schlagbäume auf deutscher und französischer Seite nieder und bekannten sich für ein gemeinsames Europa. Dieses historisch bedeutsame Ereignis hat letztlich den Samen für das spätere Schengener Abkommen gelegt. Die Erinnerung daran ist auch gleichzeitig eine Gelegenheit, die damaligen Ideen im Lichte heutiger Herausforderungen zu reflektieren und dem zukunftsgerichteten Diskurs der Bürger insgesamt und insbesondere der Jugend in Europa einen Anstoß zu geben.

Geleitwort

Dass die Pfalz gemeinhin als Stammland der frühen deutschen National- und Demokratiebewegung gilt, wird besonders durch das Hambacher Fest 1832 und die Märzrevolution 1848 belegt. Weit weniger bekannt ist dagegen der Studentensturm am 6.8.1950 am St. Germanshof -  keine 50 Kilometer vom Hambacher Schloss entfernt -, der ein für die Europabewegung bedeutsames Datum darstellt und in seiner Symbolkraft der eingangs erwähnten Ereignisse in Nichts nachsteht.

Geprägt durch die bitteren Erfahrungen aus den Kriegen zwischen Deutschland und Frankreich, aber auch durch die wirtschaftliche Benachteiligung infolge seiner Randlage, wurde die Pfalz nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Vorreiter der deutsch-französischen Aussöhnung und der europäischen Integration. Vor diesem Hintergrund war der Studentensturm nur fünf Jahre nach Ende des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte ein Meilenstein europäischer Geschichte. Etwa dreihundert Studenten aus mehreren Ländern, vor allem aber junge Deutsche und Franzosen fanden einen beeindruckend mutigen Weg zur Formulierung ihrer visionären Vorstellung einer friedlichen europäischen Einigung - ohne auch nur einen Tropfen Blut zu vergießen.

Heute, über siebzig Jahre danach, sind die Forderungen von damals längst von der Realität überholt worden und doch scheint Europa nicht mehr aus dem Krisenmodus herauszufinden und tut sich schwer mit seiner eigenen Rolle. Die Aktionsgemeinschaft Bobenthal-St.Germanshof hat sich zum Ziel gesetzt, der europäischen Jugend den Geist des Studentensturms nahezubringen und die Europabewegung damit neu zu inspirieren. Kaum ein Ort kann die Notwendigkeit der Überwindung nationaler Gegensätze besser erklären als St.Germanshof und kaum eine Generation kann diese Gedanken überzeugender vortragen als unsere europäische junge Generation. Die Zeit ist reif für neue mutige Schritte.

- Dr. Norbert Herhammer, Vorsitzender

Veranstaltungen

Derzeit gibt es keine bevorstehenden Veranstaltungen.

Zeitungsberichte

Pfälzischer Merkur - 22.04.2020
Der deutsch-französische Bürgerfonds, der Projekte von Vereinen und Institutionen der deutsch-französischen Grenzregion unterstützt, startet ab sofort. Das Budget von 2,4 Millionen Euro wird dabei von beiden Regierungen zu gleichen Teilen zur Verfügung gestellt. Weitere Infos sind in diesem Artikel zu lesen.

Neue Zürcher Zeitung - 26.03.2020
Die Rückkehr der Schlagbäume innerhalb des Schengenraumes zu Zeiten der Corona-Krise wird in diesem Artikel der Neuen Zürcher Zeitung thematisiert.

Europadenkmal

An das historisch bedeutsame Ereignis des Jahres 1950, das letztlich den Samen für das spätere Schengener Abkommen gelegt hat, erinnert das auf Initiative von Dr. Herbert L. Breiner und seinen Mitstreitern („Aktionsgemeinschaft Bobenthal – St. Germanshof e.V.“) 2007 errichtete Denkmal aus zwölf Stelen (in Anlehnung an die zwölf Sterne der Europaflagge), das auf der Wiese gegenüber dem ehemaligen Zollhaus am St. Germanshof steht.

Dem Europadenkmal am St. Germanshof einen Besuch abstatten

Adresse

Aktionsgemeinschaft Bobenthal – St. Germanshof e.V.
Am Mühlbach 5
67697 Otterberg
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